Anmerkung: So, wollte mich doch auch mal in der Dichtkunst üben. (Ich übernehme keine Gewähr für korrekte Metrik und ähnliche Feinheiten, das Ganze sollte sich mehr oder weniger nur reimen.)
Das folgende Gedicht könnte man auch als Auftragsarbeit bezeichnen. Deshalb widme ich es hiermit Tom Bombadil.
Hoffentlich ist es das, was Dir vorschwebt.
Leute, fühlt Euch an dieser Stelle aufgerufen, meine Seite mit ein paar mehr Gedichten zu beglücken!
Disclaimer: Öh, bei nem Gedicht? Egal, alles gehört dem unvergleichlichen J.R.R.T.
Feedback auch hier bitte an Heru. Danke!


Das Verhängnis über Arnor

Alt bin ich, und wenig weise,
doch verkünden will ich kluge Mär,
So setzt euch denn, ihr lieben Leut,
und schenkt mir euer Gehör.
Von alten Tagen werde ich euch singen,
als der Schatten kam,
Heimlich, still und leise,
und das Leben allen wurde gram.

Hoch oben im Norden und gut verborgen,
lag einst ein dunkles Land,
Angmar - Eisenheim -
von den unsterblichen und schönen Elben genannt.
Ein grausamer König dort hatte seinen Sitz,
in der Festung Carn Dûm,
Man sagte hinter vorgehaltener Hand,
gar viele Geister und Unholde gingen dort um.

Mit starker Hand er regierte,
durch Furcht und große Macht,
Keine Gnade er kannte,
darum nehmt euch fürderhin in Acht.
Ihr Wandernden, die ihr in den Norden kommt,
getrieben von Neugier,
Auf dass sie euch nicht schade,
denn das Böse ist immer noch hier.

Der König, sein Angesicht kein Lebender je sah,
mochten sie flüstern und bangen,
Seine Augen aber, die glühten,
und wer in sie blickte war gefangen.
Er saß in einer düsteren Halle,
auf einem beinernen Thron,
Stolz war der Herr von Angmar,
und seine Macht sprach den Menschen Hohn.

Es war sein Streben und Verlangen –
Tod zu bringen über die Erben von Westernis,
Hass und Zorn traf sie,
und der Schwerter scharfer Biss.
Die Kinder der hohen Herren,
die reine Linie der Getreuen,
Tapfer standen sie gegen den Schatten,
doch gar viele sollte es reuen.

Denn ihr Blut tränkte die Erde,
ihre geliebte Heimat war sie geworden,
Durch den Feind allen Lebens jedoch
ganz und gar verdorben.
Im Laufe der Zeit überrannt
von seinen finsteren Horden,
Die die Dúnedain quälten
mit Wüten und Morden.

Rhudaur, das einsame und wilde,
das erste Königreich es war, das fiel,
Nicht durch Kampf, jedoch durch Arglist
und ein falsches Spiel.
Das Flüstern des Hexers, Täuschung und Tücke
und feine Reden,
Die Herzen der Herrscher der Dunkle nahm gefangen
und verführte so die Edlen.

Ein leichter Sieg, für den er die Menschen verspottete und verachtete
wegen ihres Gemüts,
Er lachte ob ihrer Torheit und Schwäche
und ihres ach so tapferen Geblüts.
Welches sie antrieb,
nach Dingen wie Reichtum und Wissen zu streben,
So brachte er sie unter seine Herrschaft,
forderte nicht weniger als Leib und Leben.

Cardolan, das reine und weite,
redlich mühten sich seine Streiter,
Unverzagt die Stirn sie boten
dem grausamen, schattenhaften Reiter.
Aber wehe,
das Verhängnis brach sich mit Macht eine Bahn,
Und selbst die Hilfe der Brüder
hinderte den Bösen nicht in seinem verderblichen Wahn.

Alsbald unterlag der König des Mittleren Reiches,
tapfer wehrte er sich und redlich,
Mut jedoch und aufrechter Sinn,
sie waren schließlich vergeblich.
Sein Andenken, in Ehren werden die es halten,
die sich entsinnen,
Und so fegte der Schatten
die Männer Cardolans von hinnen.

Arthedain, das friedliche und feine,
als letztes Reich von einstmals dreien, blieb,
Mm Ende jedoch ritt der Feind vor das Tor,
zu führen den gnadenlosen Hieb.
Lange Jahre leisteten die Menschen Widerstand,
auch durch die Hilfe von Elbenhand,
Doch Fornost fiel, die schöne Stadt,
und zurück blieb ein verheertes Land.

Der Böse, im Triumph er konnte frohlocken,
und schickte seine Horden aus,
Jegliches Gut der Menschen sie nahmen zu eigen
und besudelten jedes Haus.
Die Mauern Fornosts,
in wilder Freude ließ er sie schleifen, der finstere Herr,
Kein Stein blieb auf dem anderen,
ach wie wird mir das Herze schwer.

Nun will ich meinen Gesang beenden,
ich bin müde und meine Kehle ist rau,
Wirt, einen Krug Wein, aber hurtig,
verdient ich ihn mir habe, dass wisst Ihr genau.
Die Geschichte geht weiter,
höre ich euch alle murmeln, wohl wahr,
Doch erst morgen werde ich euch berichten –
vom Verhängnis über Angmar.


© Heru 02/2004


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