Angmar
Das Reich Angmar erstreckte sich im Norden Mittelerdes; der Name bedeutet im Sindarin "Eisenheim". Das Gebiet
lag am nördlichen Rand des Nebelgebirges und umfasste beide Seiten des Gebirgszuges. Nach Süden hin wurde es von den
Ettenöden begrenzt, im Westen lagen Cardolan und Arthedain, zwei der drei Königreiche, die aus dem zerfallenen
Arnor hervorgegangen waren.
Besiedelt wurde Angmar in der Hauptsache durch Orks und Hügelmenschen.
Die Hauptstadt - oder eher der Herrschersitz - war --> Carn Dûm, eine Festung an der nordwestlichsten Spitze des
Nebelgebirges. Gegründet wurde Angmar um 1300 des Dritten Zeitalters.
Nicht umsonst war Angmar als Hexenreich verschrieen und allein die Nennung des Namens reichte aus, um ein
Herz mit Furcht zu erfüllen. Denn Angmar hatte einen König mit großer Macht und einem unbändigen Hass auf die
Dúnedain des Nordens, deren Reiche er zu erobern und zu zerstören trachtete.
Der Hexenkönig war kein Geringerer als der Herr der --> Nazgûl, der sich heimlich und
unerkannt in den Norden Mittelerdes begeben hatte und das, was vom Nördlichen Königreich noch übriggeblieben war,
entscheidend zu schwächen versuchte.
Man kann mit einiger Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass dies auf
--> Saurons Geheiß geschah, weil die zerstrittenen Nachfolgereiche Arnors ein
weitaus leichteres Spiel zu werden versprachen, als das starke Gondor.
Und zunächst war es tatsächlich an dem.
Allein durch List und Schmeichelei wurde --> Rhudaur unterwandert und dem Willen
Angmars unterworfen. --> Cardolan sollte bald darauf folgen. Im Jahre 1409 DZ wurde es von den Heeren aus Angmar überrannt und
die Dúnedain vernichtet. Zu diesem Zeitpunkt fand auch die Zerstörung des Turmes auf dem --> Amon Sûl statt.
Einzig --> Arthedain erwies sich für den Hexenkönig als würdiger Gegner.
Den wiederholten Angriffen konnte das
Königreich durch die Hilfe der Elben aus Lindon und Bruchtal über Jahrhunderte trotzen. Erst im Jahre 1974 DZ stand der
Hexenkönig vor den Toren --> Fornosts und eroberte die Hauptstadt Arthedains.
Dem letzten Herrscher Arthedains -
--> Arvedui gelang die Flucht; doch das Reich war vernichtet.
Der Triumph des Bösen
sollte jedoch nicht lange währen, denn Gondor (unter Eärnur), Lindon (unter Círdan) und Bruchtal (unter Glorfindel) hatten
Heere ausgesandt, die zwar zu spät, aber dennoch nicht umsonst eintrafen. Den vereinten Kräften der Elben und Menschen
konnte Angmar nicht standhalten. Das feindliche Heer wurde zerprengt und der Hexenkönig zum Rückzug in sein eigenes
Reich gezwungen. Doch die rettenden Mauern Carn Dûms erreichte er nicht rechtzeitig. Eärnur und Glorfindel fingen ihn
und seine verbliebene Heerschar ab.
Einzig der Herr der Nazgûl entkam in die Schatten der Nacht, nachdem er Eärnur
verspottet hatte, dessen Ross dem Schrecken des Nazgûlfürsten nicht standgehalten hatte.
In weiser Voraussicht riet Glorfindel dem erbosten Feldherrn aus Gondor von der Verfolgung des Flüchtenden ab und tat den
berühmten Ausspruch, dass keines lebenden Mannes Hand den Hexenkönig würde fällen können.
Und so war das Reich Angmar -
gleich den Nördlichen Königreichen, die es in einer fast siebenhundert Jahre währenden Zeitspanne bekämpft und erobert hatte -
untergegangen.
Die wenigen Überlebenden östlich des Nebelgebirges fielen wenige Jahre später den Éothed zum Opfer, die
im Norden nach neuen Lebensräumen suchten.
Doch Geschichten über böse Kreaturen machten noch lange Zeit die Runde
und das Gebiet des ehemaligen Königreichs Angmar wurde gemieden.
Heru im Dezember 2004
Quellen:
Der Herr der Ringe, Lizenzausgabe des Deutschen Bücherbundes, Stuttgart, München ohne Jahr
Unfinished Tales, HarperCollinsPublishers, London 1998
Robert Foster, Das große Mittelerde Lexikon, Bastei Lübbe, Bergisch Gladbach 2002
Friedhelm Schneidewind, Das große Tolkien-Lexikon, Lexikon Imprint Verlag, Berlin 2001