Aragorn
Geboren wurde Aragorn im Jahre 2931 des Dritten Zeitalters als Sohn von Arathorn II., dem
Anführer der Dúnedain des Nordens, und Gilraen. Arathorn starb
schon zwei Jahre später und Gilraen ging mit ihrem Sohn nach Bruchtal zu den Elben und gab Aragorn in die
Obhut Elronds.
Aragorns Identität wurde wohlweislich geheimgehalten; man nannte ihn Estel (Hoffnung)
und er selbst erfuhr erst an seinem zwanzigsten Geburtstag von seiner Abstammung. Als Zeichen seiner Würde
erhielt er den Ring Barahirs und das zerborstene Schwert Narsil, das sich seit dem Tode Isildurs in Elronds
Besitz befunden hatte.
Zu diesem Zeitpunkt lernte Aragorn --> Arwen, Elronds Tochter, kennen und die beiden
verliebten sich. Diese Liebe war so tief, dass die unsterbliche Arwen der Gabe der Valar entsagte und die
Sterblichkeit wählte (als Halbelbin konnte sie diese Entscheidung fällen).
Allerdings waren der Liebe
große Hindernise in den Weg gelegt; nicht zuletzt durch Elrond, der seine Tochte keinem Geringeren als dem
König von Arnor und Gondor zur Frau geben wollte. Und auch wenn Aragorn als rechtmäßiger Erbe des Thrones galt,
musste er sich diesen Thron erst noch erwerben.
Aragorn ging zu den Dúnedain des Nordens, wurde ihr Anführer und machte sich als Waldläufer einen Namen.
Er
durchquerte viele Gebiete Mittelerdes, ritt mit den Rohirim und verdingte sich unter dem Namen Thorongil bei
Truchsess Ecthelion II., dem Vater Denethors II. Er war es auch, der die Korsaren von Umbar überfiel und ihnen
großen Schaden zufügte, indem er ihre Schiffe zerstörte.
So erwarb Aragorn Ruhm und vor allem Erfahrung
im Kampf, aber auch Weisheit und Geschicklichkeit.
2956 traf er auf den Zauberer
--> Gandalf und es entwickelte sich eine tiefe Freundschaft zwischen dem Menschen
und dem Istar, die durch Schrecken und Gefahren nur noch gefestigter wurde, denn das Böse in Gestalt
--> Saurons war wieder erstarkt und strebte danach, ganz Mittelerde zu unterwerfen.
Die Ereignisse beschleunigten
sich, als Sauron gewahr wurde, dass der Eine Ring wiedergefunden worden war und sich in den Händen eines
Hobbits namens Beutlin befand.
Von Gandalf, der zu Bilbos und Frodos gemeinsamen Geburtstag von der
Bedeutung des Ringes ahnte, wurde Aragorn damit beauftragt mit seinen Dúnedain heimlich über das Auenland zu
wachen. Er und seine Männer kamen dieser Aufgabe gewissenhaft nach, denn erst als die --> Nazgûl
das Auenland betraten, merkten die Hobbits, dass außerhalb ihrer Idylle etwas Gewaltiges im Gange war.
Unter dem Namen Streicher schloss Aragorn sich Frodo und seinen drei Freunden an und sorgte dafür, dass sie
und der Ring sicher nach Bruchtal gelangten. Er war einer der neun Gefährten, die sich zur Vernichtung des
Einen Ringes aufmachten und nach Gandalfs Sturz in die Tiefen von Moria führte er die Gemeinschaft des Ringes,
bis sie an den Rauros-Fällen zerfiel.
Während Frodo und Sam den Weg nach --> Mordor einschlugen, machte sich
Aragorn mit Legolas und Gimli auf, Pippin und Merry aus der Gewalt der Orks zu befreien. Ein abenteuerlicher Weg
lag vor den dreien. Eine Vision führte Aragorn und seine beiden Gefährten schließlich auf die Pfade der Toten.
Als rechtmäßiger Erbe Isildurs konnte Aragorn das Heer der Toten befehligen, das ihm half, die Flotte der
Korsaren im Hafen Pelargir zu erobern. Mithilfe dieser Schiffe konnte Aragorn eine Streitmacht nach
Gondor bringen und in die Schlacht und Belagerung um Minas Tirith eingreifen. Vereint mit den Kräften der Rohirrim
errangen die Menschen den Sieg.
In seiner neuen Rolle als Anführer der gemeinesamen Heere zog Aragorn
vor das --> Schwarze Tor, um Sauron herauszufordern. Es kam jedoch nie zu diesem finalen Kampf, denn just in diesem
Moment wurde der Herrschering vernichtet und mit ihm verging auch Sauron.
Der Ringkrieg war beendet.
Aragorn wurde unter dem Namen Elessar Telcontar im Jahre 3019 des Dritten Zeitalters zum König von Arnor und
Gondor gekrönt, und nun konnte er auch Arwen zur Gemahlin nehmen. Sie schenkte ihm einen Sohn (Eldarion) und
mehrere Töchter, deren Namen leider nicht überliefert sind.
König Elessar Telcontar regierte einhundertzwanzig Jahre mit viel Weisheit und Gerechtigkeit. Als er sein Werk
vollendet sah, tat er es seinen Vorfahren, den númenórischen Königen, gleich, gab im Jahre 120 des Vierten Zeitalters
das Szepter an seinen Sohn weiter, legte sich nieder und verschied.
Quellen:
Der Herr der Ringe, Lizenzausgabe des Deutschen Bücherbundes, Stuttgart, München ohne Jahr
Robert Foster, Das große Mittelerde Lexikon, Bastei Lübbe, Bergisch Gladbach 2002
Friedhelm Schneidewind, Das große Tolkien-Lexikon, Lexikon Imprint Verlag, Berlin 2001