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Boromir


Boromir, ein Dunadan aus Gondor, war der älteste Sohn Denethors II., der zur Zeit des Ringkrieges als Statthalter in Gondor herrschte.
Er wurde im Jahre 2978 des Dritten Zeitalters geboren, und fünf Jahre später erblickte sein Bruder --> Faramir das Licht der Welt.
Ihre Mutter war Finduilas, die Tochter Adrahils von Dol Amroth. Sie starb, als Boromir zehn Jahre alt war.

Boromir war ein gutaussehender, stattlicher, großgewachsener Mann mit dunklem Haar und grauen Augen, der sich im Gegensatz zu seinem Bruder Faramir, der auch musischen und schöngeistigen Dingen zugetan war, vor allem für Waffen und Kriegskunst interessierte. Er galt als herrisch und stolz wie sein Vater, doch auch als tapferer und mutiger Krieger. So wurde er von seinem Vater Denethor begünstigt und dem sensiblen Faramir vorgezogen.
Die Brüder jedoch verband eine tiefe Zuneigung.

Boromir war Denethors Erbe und trug aus diesem Grund das Horn Gondors am Gürtel, das angeblich aus dem Horn eines der wilden Rinder Oromes (ein Vala), gefertigt wurde. Es war sehr kostbar mit Silber eingelassen und mit alten Lettern beschriftet, und mit ihm konnte man auch über große Entfernung Hilfe herbeirufen, geriet man in Bedrängnis.
Das Horn wurde stets an den ältesten Sohn weitergegeben.

Im Jahre 3018 DZ verteidigte er mit seinem Bruder --> Osgiliath unter großen Verlusten gegen --> Saurons Streitkräfte, doch die Stadt fiel unter der Übermacht des Feindes. Mit wenigen Überlebenden retteten sich Boromir und Faramir nach -->Minas Tirith.

In dieser Zeit wurden die Brüder immer wieder von einem seltsamen Traum heimgesucht, und aus diesem Grund schickte Denethor seinen älteren Sohn nach Bruchtal, um bei Elrond die Bedeutung dieses Traumes zu erfragen.
Am 4. Juli des Jahres 3018 DZ brach Boromir von Minas Tirith auf und erreichte Bruchtal am Abend des 24. Oktober.

Am nächsten Tag fand die Ratsversammlung bei Elrond statt, auf der Boromir Gelegenheit bekam, seinen düsteren Traum zu schildern:

„In diesem Traum glaubte ich den Himmel im Osten sich verfinstern und ein Gewitter heraufziehen zu sehen; doch im Westen hielt sich noch ein blasser Lichtschein, und von dort hörte ich eine ferne, doch deutliche Stimme rufen:

Das zerbrochene Schwert sollt ihr suchen,
Nach Imladris ward es gebracht,
Dort soll euch Ratschlag werden,
Stärker als Morgul-Macht.
Ein Zeichen soll euch künden,
Das Ende steht bevor,
Denn Isildurs Fluch wird erwachen,
Und der Halbling tritt hervor.“
(J.R.R. Tolkien: Der Herr der Ringe, Bd. I, Die Gefährten, Klett-Cotta, Stuttgart 2001, S. 322)

Das Rätsel wurde gelöst: Das zerbrochene Schwert ist Narsil, die Waffe Elendils, mit der Isildur Sauron den Ring der Macht vom Finger schnitt. Es wurde später neu für --> Aragorn geschmiedet und Anduril genannt. „Isildurs Fluch“ ist Saurons Herrscherring, der sich nun im Besitz des Hobbits (des „Halblings“) Frodo Beutlin befand.
Boromir wird mit einer Gemeinschaft von neun Gefährten nach Mordor geschickt, um den Ring der Macht in den Feuern des --> Schicksalsberges zu vernichten.

Wie sein Vater Denethor hielt auch er dieses Vorhaben für Wahnsinn. Viel lieber hätte er den Ring gegen Sauron verwendet. Gondor wurde von Mordor hart bedrängt, wehrte sich immer wieder erneut gegen die Überfälle von Saurons Streitkräften, und es war praktisch ein „Schutzschild“ für die anderen Reiche. Doch lange würde es nicht mehr standhalten können.
Wen wundert es also, dass er im Verlauf der Reise versuchte, den Ring in seinen Besitz zu nehmen.
Er war so besessen, dass er auf dem Amon Hen Frodo in einem Anfall von Wahnsinn töten wollte, um den Ring zu erlangen.
Frodo setzte daraufhin die Reise allein mit seinem Freund Sam fort.

Sehr schnell bereute Boromir seine verzweifelte Tat.
Er starb nur wenig später am 26. Februar 3019 in Parth Galen, unweit der Rauros-Fälle, im Kampf gegen Orks, als er versuchte, die Hobbits Pippin und Merry zu beschützen.
Aragorn, Legolas und Gimli legten Boromirs Körper in ein Boot und übergaben es dem Anduin, denn ein Grab konnten sie ihm im Felsengestein nicht bereiten. So verhinderten sie, dass die Feinde ihren toten Gefährten schändeten.
Drei Tage später sah Faramir, der das Ufer des Anduin bei --> Osgiliath bewachte, wie das Elbenboot mit seinem toten Bruder auf dem Anduin an ihm vorübertrieb.
Das im Kampf zerbrochene Horn Gondors wurde in zwei Teilen aufgefunden, und so kam die Kunde von Boromirs Tod nach Minas Tirith.

Dieser Text ist von Anarya. Ganz herzlichen Dank dafür! *knuddel*

Literatur:

J.R.R. Tolkien: Der Herr der Ringe, Bd. I , Die Gefährten, Klett-Cotta,
Stuttgart 2001

J.R.R. Tolkien: Der Herr der Ringe, Bd. II, Die zwei Türme, Klett-Cotta,
Stuttgart 2001

J.R.R. Tolkien: Der Herr der Ringe, Anhänge und Register, Klett-Cotta,
Stuttgart 2002

J.R.R. Tolkien: Nachrichten aus Mittelerde, Klett-Cotta, Stuttgart 2002

David Day: Tolkien – eine illustrierte Enzyklopädie, Otus Verlag,
St. Gallen 2001

Friedhelm Schneidewind: Das große Tolkien-Lexikon, Lexikon Imprint Verlag,
Berlin 2001

Robert Foster: Das große Mittelerde-Lexikon, Bastei Lübbe,
Bergisch Gladbach 2003

Wolfgang Krege: Handbuch der Weisen von Mittelerde, Klett-Cotta,
Stuttgart 2001


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