Partnerschaft unter Elben
- oder, warum Legolas die Masse an Mary Sue's gar
nicht würde bewältigen wollen.
Nachdem ich etliche Male jetzt schon über Legolas und seine zahlreichen Affären gelesen habe, (wie schafft der arme Kerl das überhaupt, er muß ja gar nicht mehr aus dem Bett heraus- bzw. vom Flett herunter kommen?), möchte ich mal erzählen, wie der große Meister sich das gedacht hat.
Also, die Elben sind sich recht früh darüber im Klaren, wen sie später mal
heiraten und wissen das oft schon als "Kinder". Die meisten heiraten,
gleich, nachdem sie erwachsen geworden sind, also so ca. mit 50. Dann werden
auch relativ schnell (im elbischen Sinne!) ihre Kinder geboren.
Elben zeugen
allerdings nur dann Kinder, wenn sie sicher sein können, dass sowohl Vater
als auch Mutter sich gemeinsam um den Nachwuchs kümmern können, also nicht
in Zeiten des Krieges oder der Not.
Wenn Zwei sich sicher sind, dass sie sich lieben, so verloben sie sich im
Beisein jeweils ihrer ganzen Sippe. Zwei silberne Ringe werden extra für die
beiden geschmiedet, die sie von diesem Tag an tragen. Die Verlobungszeit
währt ein Jahr; in diesem Jahr kann die Verbindung noch rückgängig gemacht
werden, durch öffentliche Bekanntgabe, wieder im Beisein beider Sippen. Die
Ringe dürfen nie wieder für etwas anderes verwendet werden und werden dann
eingeschmolzen.
Das passiert aber selten, denn in solch grundlegenden Dingen
irren sich die Elben seltenst. Dann, nach einem Jahr und einem Tag, treffen
sich die Sippen wieder und die Hochzeit wird begangen. Die zwei Verlobten
erhalten nun goldene Ringe, und in einer Zeremonie, die nur den Elben
bekannt ist, und über die selbst der große Meister Tolkien nur zu
berichten wusste, das dabei Manwe, Varda und Eru selbst als Zeugen angerufen
werden, werden sie vermählt. Dann kommt erst die Hochzeitsnacht, denn die
eigentliche eheliche Verbindung beginnt mit der körperlichen Vereinigung
(das war wörtlich übersetzt).
Elben wählen ihren Gatten nur einmal, und dann
für das ganze Leben (und darüber hinaus). Also könnte Legolas nicht wild
rummachen, mal mit der und mal mit der, wie man oft liest. Na, ja.
Eine
Einzige Ausnahme gab es und zwar bei Finwe. Als in Valinor seine erste
Gattin, Miriel Serinde, nach der Geburt Feanors beschloss, ihren des Lebens
müden Körper ausdrücklich FÜR IMMER zu verlassen, dufte dieser dann die
Vanya Indis heiraten (allerdings erst nach großem Palaver unter den Valar). Deren Kinder waren dann zwei Töchter, Findis und Lalwende, und zwei
Söhne, Artafinwe (Finarfin) und Nolofinwe (Fingolfin).
Ach so, noch zwei
Details, die Verlobungszeit MUSSTE ein Jahr dauern zumindest, konnte aber
auch viel länger sein. Zum zweiten war es Sitte, dass die Mutter des
Bräutigams der Braut ein Geschenk machte, während der Vater der Braut diesem
etwas schenkte (so wie Aragorn von Elrond Anduril bekam, und Arwen von
Galadriel, die Aragorns tote Mutter vertrat, das weiße Juwel. Das ist also
die traditionelle Form, wenn aber Eile not tat, wie z. B. im Krieg oder bei
Gefahr, so genügt ein schlichtes Gelöbnis der Partner, und dann der
"Vollzug der Ehe". Die Feier wird dann später nachgeholt (praktisch, oder?)
© Isilya 08/2004