Mordor
Mordor war in der Geschichte Mittelerdes durch viele Zeitalter hindurch das Synonym für das absolut Böse. Es war der Sitz des Dunklen Herrschers, der mit den Mitteln grausamer Gewalt die Alleinherrschaft über Mittelerde anstrebte. Angst und Entsetzen waren mit dem Namen Mordor verbunden.
Zur Geographie
--> Saurons Reich Mordor (S. Schwarzes Land) lag im Südwesten von Mittelerde, östlich des Unterlaufs des Anduin. Es wurde im Norden in einer Länge von 498 Meilen begrenzt und eingefasst von den Ered Lithui (S. Aschengebirge) und im Westen und Süden vom Ephel Duath (S. Schattengebirge) in einer Länge von 238 Meilen und 501 Meilen.
Aschen- und Schattengebirge waren im Nordwesten durch eine tiefe Schlucht getrennt, die Cirith Gorgor (S. Geisterspalte), durch die eine Passstraße, von der Dagorlad kommend, ins Tal von Udun verlief. Diese Straße ließ Sauron durch einen steinernen Wall und ein gewaltiges Tor versperren, dem --> Morannon (S. Schwarzes Tor), nachdem er im Jahre 2941 DZ Dol Guldur verlassen hatte und nach Mordor geflohen war.
Über die Gebirge führten nur zwei Pässe: --> Cirith Ungol (S. Spinnenpass) im Westen, der seinen Namen durch die furchtbare Riesenspinne --> Kankra erhielt, die in Gängen und Höhlen lauerte und den Pass bewachte, und Cirith Gorgor im Nordwesten.
Folgte man der Straße durch das Morannon, so gelangte man in das Tal von Udun, ein tiefes, fast kreisrundes Tal, eingefasst von schwarzen Klippen.. Möglicherweise handelt es sich hier um den Krater eines erloschenen Vulkans.
Hier im Tal von Udun und im südlich gelegenen --> Minas Morgul (S. Turm der Schwarzen Magie) befanden sich die wichtigsten militärischen Anlagen des Landes, und es stellte somit das Kerngebiet von Saurons Macht dar.
Minas Morgul selbst lag im Morgultal (S. Tal der Schwarzen Magie), das auch Morgul Imlad genannt wurde. Das Tal, auch „Tal der Lebenden Toten“ genannt, durchfloss der Morgulduin, an dessen oberem Ende die Stadt gelegen war.
Der Herr von Minas Morgul war der Oberste der --> Nazgul, der Schwarze Hexenmeister, einst der Hexenmeister von Angmar.
Überquerte man das westliche Schattengebirge bei Minas Morgul über den Pass von Cirith Ungol, stieß man auf Saurons Straße, die auf direktem Wege zu seiner Festung --> Barad-dur führte. Barad-dur (S. Der dunkle Turm) stand auf einem südlichen, ins Landesinnere reichenden Vorsprung des Aschengebirges.
Etwa 30 Meilen westlich von Barad-dur ragte der --> Orodruin (S. Berg des lodernden Feuers) auf der Hochebene von Gorgoroth etwa 5000 Fuß in die Höhe. Seinen Namen trug er zu recht, denn als aktiver Vulkan stieß er ständig stinkende Rauchwolken aus und überzog die angrenzenden Gebiete mit Ascheregen.
Die Hochebene von Gorgoroth war ein riesiges Plateau, öde, mit Schlackenhaufen übersät und unterirdisch durchzogen von unzähligen Ork-Höhlen.
Südlich der Hochebene von Gorgoroth waren die Regionen Lithlad (S. Aschenebene),ein ödes, wüstes Steppenland, und Nurn gelegen.
Obwohl das Nurnen-Meer Salzwasser enthielt, befanden sich hier in Nurn riesige Plantagen, auf denen versklavte Menschen unter der Aufsicht von Orks arbeiten mussten, um den Nachschub an Nahrungsmitteln für Saurons Heere zu sichern. (Mit dem Fall von Barad-dur wurden sie befreit, und König Elessar schenkte ihnen das Land.)
Wahrscheinlich hatte sich auf dem Boden der Erde Asche in ausreichender Schicht abgelagert und so die Verdunstung der im Erdreich enthaltenen Feuchtigkeit verhindert, so dass Ackerbau möglich war.
Außerdem durchflossen vier Flüsse Nurn und Lithlad, von Norden, Westen und Süden aus den Gebirgen kommend, die in das Nurnen-Meer mündeten und das Land wohl bewässerten. Die Namen dieser Wasserläufe sind nicht überliefert.
Bevölkerung
Mordor hatte keine Einwohner im herkömmlichen Sinne, weil es eher einem Heerlager glich als einem Gemeinwesen. Menschen lebten hier und vor allem Orks, und alle wurden sie aus dem Norden, Osten und Süden hier zusammengezogen und auf den Krieg vorbereitet.
Unfreiwillige Einwohner waren die oben erwähnten Sklaven, die auf den Feldern von Nurn schufteten.
Die administrative Gewalt besaß der Kommandant von Barad-dur („Saurons Mund“).
Über allen stand natürlich Sauron selbst und mit ihm die Nazgul außerhalb jeder Gesetzgebung und Rangordnung.
Zur Geschichte
Etwa 1000 ZZ: Sauron kommt nach Mordor und beginnt seine Herrschaft. Von hier aus führt er seinen Krieg gegen die Elben.
3262 ZZ unterwirft er sich Ar-Pharazon.
3319 ZZ, nach dem Fall von Numenor, kehrt Sauron nach Mordor zurück.
3429 ZZ: Sauron greift Gondor an.
3441 ZZ: Sauron wird im Krieg des Letzten Bündnisses der Menschen und Elben besiegt, und Mordor wird befreit und gesäubert.
Drittes Zeitalter:
Nach dem Sieg über Sauron baut Gondor Festungen in Mordor, um Sauron zu hindern zurückzukehren: Durthang im Westen des Tales von Udun, die Zahntürme und den Turm von Cirith Ungol.
1636 DZ werden diese Festungen nach der Großen Pest aufgegeben, und die Nazgul kehren nach Mordor zurück, um die Ankunft ihres Herren vorzubereiten, der in dieser Zeit in Dol Guldur im Düsterwald im Exil hauste.
2942 DZ kehrt Sauron nach Mordor zurück.
2951 DZ gibt er sich zu erkennen und beginnt, Barad-dur wieder aufzubauen.
3019 schickt Sauron seine in Mordor versammelten Heere in den Krieg gegen Gondor und belagert Minas Tirith.
Im März 3019 gelingt es den Hobbits Frodo Beutlin und Samweis Gamdschi, Saurons Ring im Orodruin zu vernichten, und damit endet seine Herrschaft.
Beim Ausbruch des Schicksalsberges wird Mordor durch ein Erdbeben verwüstet und auch Barad-dur wird zerstört.
Es wird jedoch angenommen, dass nicht alle Anhänger Saurons den Tod fanden, sondern dass sich manche retten konnten und den Säuberungsmaßnahmen Gondors entgingen.
Anarya
März 05
Literatur:
Wolfgang Krege: Handbuch der Weisen von Mittelerde, Klett-Cotta, Stuttgart 2001
Robert Foster: Das Große Mittelerde-Lexikon, Bastei Lübbe, Bergisch Gladbach 2003
Friedhelm Schneidewind: Das große Tolkien-Lexikon, Lexikon Imprint Verlag, Berlin 2001
David Day: Tolkien – Eine illustrierte Enzyklopädie, Otus Verlag AG, St.Gallen 2001
Karen Wynn Fonstad: Historischer Atlas von Mittelerde, Klett-Cotta, Stuttgart 2001
Barbara Strachey: Frodos Reisen – der Atlas zu J.R.R. Tolkiens „Der Herr der Ringe“,
Klett-Cotta, Stuttgart 2001