Númenor
- Flora und Fauna -
Auch wenn nur wenige Dinge überliefert wurden, soll ein kurzer Blick auf die Pflanzen- und Tierwelt Númenors nicht fehlen; selbst wenn es nur Streiflichter sind.
Betrachten wir die verschiedenen Landstriche der Insel - zuerst die Flora und dann die Fauna -, die sehr unterschiedlich
waren.
Zur Verdeutlichung nachfolgend eine Karte. (Für die Originalgröße bitte auf das Bild
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Die Flora
Forrostar war der rauste und unwirtlichste Teil Númenors; steinig und baumlos. Einzig die Ränder der ausgedehnten Hochmoorflächen zeigten spärlichen Bewuchs.
In Orrostar herrschte ein Klima vor, das den Ackerbau begünstigte, da die Hochländer den kalten Nordostwind abhielten.
Hyarrostar war das Land der Bäume. Sie wuchsen dort von Natur aus schon zahlreich, aber seit der Herrschaft
Tar-Aldarions machten sich die Númenórer daran Bäume gezielt anzupflanzen, um ausreichend Holz für den Schiffbau
zur Verfügung zu haben.
An Namen ist uns der laurinquë überliefert, ein Zierbaum mit langen, gelben
Blütenbüscheln, der das Auge erfreute.
Hyarnustar zeigte sich in seinem westlichen Teil gebirgig, die Wellen brandeten an den westlichen und
südlichen Küsten an hohe und raue Klippen. Nach Osten hin jedoch ließ das warme Klima den Boden fruchtbar werden;
große Weinanbaugebiete lagen dort.
Das weitläufige Gebiet um das Delta des Siril bestand aus Marschland und
Niederungen bedeckt von Schilf.
Auch Andustar bot in seinem nördlichen Teil kein fruchtbares Land; aber ausgedehnte Birken- und
Buchenwälder hatten die Hochlagen erobert, während Eichen und Ulmen die Täler
beschatteten.
Nach Westen hin, in der großen Bucht von Eldenna wurde das
Klima mild und regenreich und die Natur gedieh dort ausgezeichnet. Besonders prachtvoll boten sich
die immergrünen und duftenden Bäume dar.
Viele Pflanzen, die auf Númenor gediehen, hatten ihren Ursprung in Tol
Eressea und damit in den Unsterblichen Landen.
Sie wurden von den Elben in den Zeiten der guten Beziehungen nach Westernis
gebracht. An Namen sind uns überliefert:
oiolaire, lairelosse, nessamelda, vardarianna, taniquelasse
und yavannamíre. Dieser Baum hatte purpurne Früchte in der Form einer Kugel.
Allen Bäumen war zu eigen, dass ihre Blätter, Blüten und sogar die Rinde
süß dufteten, so dass man dem Land den Namen Nísimaldar gab; das heißt:
die Duftenden Bäume.
Und nur hier gediehen die Bäume so außerordentlich gut.
In anderen Gegenden Númenors wuchsen sie weit weniger majestätisch.
Ein einziger
Baum jedoch fand sich nur in Nísimaldar - der goldene Baum malinorne. Er ähnelte in Ästen
und Stamm der Buche, hatte aber eine silberne und glatte Rinde. Die Blätter
waren von zweierlei Farbe; die Oberseite in einem matten Grün und die Unterseite
silbern schimmernd. Wenn der Herbst Einzug hielt bekamen die Blätter ein mattgoldene
Farbe. Der Baum warf sein Blätterkleid über den Winter nicht ab. Erst wenn sich
sich seine goldenen, büschelartigen Blüten öffneten, fielen die Blätter. Die malinorni
trugen als Früchte Nüsse mit einer silbernen Schale.
Auch die Blumen und Sträucher in Nísimaldar zeichneten sich durch ihren lieblichen
Duft aus; am Ufer des Sees Nísinen waren sie schier unzählbar.
In Mittalmar überwog grasbedeckter, fruchtbarer Boden; Bäume gab es nur wenige. Auf Grund dieser Gegebenheiten wurde in Mittalmar ausgiebig Viehwirtschaft betrieben - insbesondere sei hier auf die Schafzucht im Gebiet namens Emirië hingewiesen.
Die Fauna
Lässt sich über die Flora Númenors noch einiges berichten, so ist die Überlieferung zur Tierwelt sehr spärlich
zu nennen.
Häufige Erwähnung finden die Adler, die sich sowohl in Forostar auf den Klippen der Küste und den
Graten des mächtigen Berges Sorontil, der aus dem Meer emporwuchs, zum Nisten niederließen, als auch über die ganze
Insel verteilt zu finden waren.
Selbst auf der Turmspitze des königlichen Palastes in Armenelos befand sich bis in
die Regierungszeit Tar-Ancalimons ein Adlerhorst. Die Númenórer hielten die Adler in Ehren, da sie als geweihte Tiere
Manwes galten.
Seevögel aller Arten bevölkerten die Küsten und ihr Geschrei war meilenweit zu vernehmen. Sie begrüßten
die heimkehrenden Seefahrer, und einige Vögel begleiteten die Schiffe auf ihren ausgedehnten Reisen - sogar bis nach Mittelerde.
Auch das Binnenland war die Heimat unzähliger Vogelarten; unter anderem der kirinki, ein sehr kleiner Vogel mit einer Stimme,
die kaum zu vernehmen war.
Quelle: A description of the island of Númenor; aus Unfinished Tales of Númenor and Middle-Earth, HarperCollinsPublishers, London 1998.