Númenor
- Die Linie der Könige und Königinnen -

Die Linie der Könige begann mit Elros, dem Sohne Eärendils und Bruder von Elrond, der sich - anders als dieser - für ein Dasein als Sterblicher entschied. Ihm und allen anderen Númenórern wurde von den Valar ein langes Leben geschenkt (eine dreimal solange Zeitspanne wie für die Menschen in Mittelerde). Im Laufe der Jahrhunderte verringerte sich dieser Zeitraum; aber selbst die Dúnedain des dritten Zeitalters waren immer noch langlebiger als die "gewöhnlichen" Sterblichen.

Über die Herrscher Númenors gibt die Rolle der Könige Auskunft. Einem Brauch folgend gaben sich die Könige bis zur Regierungszeit Ar-Adûnakhôrs offiziell einen Herrschernamen in der elbischen Hochsprache Quenya.

Regierungszeit

           Herrscher/in

32 - 442

1. König; Elros Tar-Minyatur (532 E.Z. - 442), unter seiner Führung gelangten die Edain nach Númenor und die Valar setzten ihn zum König ein. Er war Erbauer des Turmes und der Zitadelle zu Armenelos.


442 - 443

2. König; Vardamir Nólimon (61 - 471), obwohl Vardamir nach Elros Tod das Szepter sofort an seinen Sohn übergab und mithin nicht selbst regierte, zählt man ihn als zweiten König Númenors. Er erhielt seinen Beinamen aufgrund seines Wissensdurstes.


443 - 590

3. König; Tar-Amandil (192 - 603).


590 - 740

4. König; Tar-Elendil (350 - 751), in der Tradition seines Großvaters Vardamir erwarb Tar-Elendil großes Wissen, er selbst schrieb Bücher und legte so schriftlich das nieder, was seine Vorväter zusammengetragen hatten. In seiner Regierungszeit fuhren erstmals Schiffe nach Mittelerde. Er war der Vater Silmariens.


740 - 883

5. König; Tar-Meneldur (543 - 942), einziger Sohn Tar-Elendils, ein weiser, freundlicher und geduldiger König und ein Liebhaber der Sternenkunde. Er heiratete Almarian, die Tochter Vëanturs, eines berühmten Seefahrers. Schon lange vor der Zeit gab er das Szepter aus politischen Gründen an seinen Sohn weiter, denn aus Mittelerde kam die erste schlechte Kunde über etwas Böses, das sich dort zu regen begann.


883 - 1075

6. König; Tar-Aldarion (700 - 1098), trieb die Kunst des Schiffbaus und der Seefahrt entscheidend voran, verbrachte lange Jahre in Mittelerde, wo er ein Freund und Berater Gil-Galads wurde. Seine Abwesenheit führte zur Trennung von seiner Gemahlin Erendis.
Tar-Aldarion hatte nur ein Kind - Ancalimë - und um ihretwillen änderte er das Gesetz der Nachfolge (nicht ohne auf Kritik zu stoßen), so dass das älteste Kind, ganz gleich ob Sohn oder Tochter, das Szepter erhalten sollte.


1075 - 1280

7. Königin; Tar-Ancalimë (873 - 1285), ihre Regentschaft war die längste nach Elros. Sie zog es vor, unverheiratet zu bleiben, sah sich jedoch im Jahr 1000 gezwungen eine Zweckehe mit Hallacar einzugehen, denn ihr Neffe Soronto wollte sie zum Abdanken zwingen. Im Gegensatz zu ihrem Vater hielt sie keinen Kontakt mehr nach Lindon und versagte Gil-Galad ihre Unterstützung.


1280 - 1394

8. König; Tar-Anárion (1003 - 1404), Sohn Ancalimës.


1394 - 1556

9. König; Tar-Súrion (1174 - 1574), dritter Sohn Tar-Anárions. Er wurde König, weil seine Schwester es ablehnte, das Szepter zu nehmen.


1556 - 1731

10. Königin; Tar-Telperien (1320 - 1731), langlebig und unverheiratet, hinterließ Tar-Telperien keinen Erben, der ihr folgen konnte. Deshalb ging das Szepter an ihren Neffen Minastir.


1731 - 1869

11. König; Tar-Minastir (1474 - 1873), in seinen Tagen erwachte in den Númenórern das Verlangen nach dem Westen. Tar-Minastir erbaute deshalb einen hohen Turm auf dem Hügel Oromet, um viele seiner Tage damit zu verbringen, nach Westen zu schauen, in der Hoffnung die Unsterblichen Lande zu erblicken. Als die Völker Mittelerdes in den ersten Krieg mit Sauron verwickelt wurden, schickte Tar-Minastir eine große Flotte als Beistand für Gil-Galad.


1869 - 2029

12. König; Tar-Ciryatan (1634 - 2035), vor seiner Herrschaft (die er nach seinem Willen antrat und nicht nach der Entscheidung seines Vaters) ein ruheloser Mann, der sein rastloses Herz durch zahlreiche Reisen zu erleichtern suchte. In seiner Regierungszeit und auf sein Geheiß, denn er war gierig nach Reichtum, gingen die Númenorer dazu über, die Schäzte und die Menschen Mittelerdes auszubeuten und Siedlungen zu erbauen. Große Flotten brachten Erze und Juwelen nach Westernis.


2029 - 2221

13. König; Tar-Atanamir der Große (1800 - 2221). Unter der Herrschaft Tar-Atanamirs begann der Niedergang Númenors. Wie sein Vater ließ er die Menschen an den Küsten Mittelerdes ausbeuten, indem sie einen hohen Tribut entrichten mussten.
Tar-Atanamirs Stolz und Gier hatten jedoch noch eine weitere Konsequenz: der König und seine Anhänger sprachen gegen den Bann der Valar, der die Númenórer von den Unsterblichen Landen fernhalten sollte, sie begannen die Valar und die Elben zu beneiden. Klugheit und Angst hielt sie jedoch zurück. Tar-Atanamir war der erste König, der es ablehnte sein Szepter abzugeben; auch sein Leben wollte er nicht freiwillig enden lassen.


2221 - 2386

14. König; Tar-Ancalimon (1986 - 2386), zur Zeit seiner Regierung vertiefte sich der Graben zwischen den Königstreuen und den Freunden der Elben. Erstere begannen den Gebrauch der Elbensprachen zu unterlassen und die alten Sprachen wurden den Nachkommen auch nicht mehr nahegebracht; aber aus Furcht vor einem schlechten Omen beließen die Könige ihre Namen in Quenya.


2386 - 2526

15. König; Tar-Telemmaitë (2136 - 2526), mit Tar-Telemmaitë war es endgültig Brauch, dass die Könige bis zu ihrem Tode das Szepter nicht aus der Hand gaben, was nicht selten dazu führte, dass sie - altersschwach und wenig weise - von ihren Erben oder Beratern beherrscht wurden.


2526 - 2637

16. Königin; Tar-Vanimeldë (2277 - 2637), eine Herrscherin, die wenig an ihrer Rolle als Königin interessiert war. Sie zog Musik und Tanz den Regierungsgeschäften vor. So nahm es nicht Wunder, dass ihr Gemahl Herucalmo der heimliche Herrscher Númenors war und nach ihrem Tod das Szepter ergriff und als Tar-Anducal den Thron bestieg bis sein Sohn Alcarin König werden konnte. Dennoch zählt man Herucalmo nicht unter die Herrscher Númenors.


2637 - 2737

17. König; Tar-Alcarin (2406 - 2737), obwohl sein Vater Herucalmo die ersten 20 Jahre für ihn regierte, wird als Zeit von Tar-Alcarins Herrschaft eine Spanne von 100 Jahren angegeben.


2737 - 2825

18. König; Tar-Calmacil (2516 - 2825), als begnadeter Seefahrer und Mann mit einem starken Willen trieb Tar-Calmacil die Besiedlung Mittelerdes, besonders der Küsten, durch die Númenorer voran. Selbst Sauron zog sich vor ihm zurück und errichtete sein eigenes Reich im Osten, weitab von den Menschen aus Westernis, um geduldig auf seine Stunde zu warten. Auch wenn Tar-Calmacil in der Rolle der Könige noch unter seinem Quenya-Namen zu finden ist, gaben ihm seine Anhänger den adûnaischen Namen Ar-Belzagar.


2825 - 2899

19. König; Tar-Ardamin (2618 - 2899), sein adûnaischer Name lautete Ar-Abattârik.


2899 - 2962

20. König; Ar-Adûnakhôr (2709 - 2962), auch bekannt als Tar-Herunûmen. Legte sich als erster König einen adûnaischen Königsnamen zu, verbot den Gebrauch elbischer Sprachen bei Strafe und verfolgte die Getreuen. Seine Vermessenheit sich "Herr des Westens" zu nennen wurde von den Getreuen mit Sorge gesehen, war dieser Titel doch allein den Erhabenen vorbehalten. Zur Zeit Ar-Adûnakhôrs kamen die Elben nur noch heimlich nach Númenor, um sich mit den Getreuen zu treffen.


2962 - 3033

21. König; Ar-Zimrathôn (2798 - 3033), in Quenya Tar-Hostamir.


3033 - 3102

22. König; Ar-Sakalthôr (2876 - 3102), in Quenya Tar-Falassíon.


3102 - 3177

23. König; Ar-Gimilzôr (2960 - 3177), in Quenya Tar-Telemnar. Unter Ar-Gimilzôr wurde die Lage der Getreuen immer schlechter, ja er war ihr größter Feind, verbot den Kontakt mit den Eldar und bestrafte Zuwiderhandelnde. Den Eldar untersagte er, Númenor zu betreten. Seine Gemahlin war Inzilbêth, eine heimliche Anhängerin der Getreuen.
Das Paar führte keine glückliche Ehe und auch ihre beiden Söhne waren sich nicht wohlgesonnen, denn der ältere - Inziladûn - kam nach seiner Mutter, während der jüngere - Gimilkhâd seinem Vater nacheiferte. Ar-Gimilzôr hätte gerne diesen Sohn als seinen Nachfolger auf dem Thron gesehen, aber die Erbfolge ließ dies nicht zu.


3177 - 3255

24. König; Tar-Palantir (3035 - 3255), wie schon der Name dieses Königs verrät erhielt mit Tar-Palantir ein Mann des Szepter, der sich vom Weg seiner Vorgänger abkehrte und sich wieder den Elben und den Valar zuwandte. An Geist und Auge scharfsichtigt versuchte Tar-Palantir die alten Werte wieder erstarken zu lassen.
Oftmals richtete sich sein Blick sehnsüchtig nach Westen, in der Hoffnung dort die Segel der Eldar zu erblicken. Aber die Elben kamen nicht mehr nach Númenor. Und viele Númenórer blieben ihnen und den Unsterblichen abgeneigt, nicht bereit, dem König zu folgen, aber auch nicht mutig genug, offen gegen ihn zu rebellieren. So durften wenigstens die Getreuen sich unter Tar-Palantir einer Zeit der Ruhe erfreuen.
Der König heiratete spät und hatte nur eine Tochter. Sein adûnaischer Name war Ar-Inziladûn.


3255 - 3317

25. König; Ar-Pharazôn (3118 - 3319), der mächtigste und letzte König Númenors, sein Quenya-Name war Tar-Calion. Eigentlich saß er zu Unrecht auf dem Thron, denn er hatte Míriel, die Tochter Tar-Palantirs, gegen ihren Willen geheiratet und sich so zum Herrscher gemacht, obwohl das Szepter seiner Gemahlin zu gestanden hätte und sie als nahe Blutsverwandte nach dem Gesetz nicht seine Frau hätte werden dürfen.
In seinem Stolz und dank seiner Macht gelang es ihm Sauron in Mittelerde niederzuwerfen und ihn als Gefangenen mit nach Númenor zu nehmen. Schnell erlag er den Einflüsterungen des Maia, der ein leichtes Spiel mit den unzufriedenen Númenórern hatte, indem er ihr Verlangen nach Unsterblichkeit ausnutzte und sie gegen die Valar aufstachelte.
Den Höhepunkt des Ungehorsams und zugleich der (letzte) Grund für Númenors Vernichtung war der vermessene Schritt des Königs und seiner Anhänger mit einer gewaltigen Flotte gen Aman zu segeln und die Unsterblichen Lande zu betreten.
Die Valar bestraften die Númenorer hart, denn Westernis wurde vom Meer verschlungen und nur wenige überlebten, unter ihnen die Getreuen um Elendil.
Doch das Gesicht der Welt wurde unwiderruflich verändert.



Quelle: The Line of Elros; aus Unfinished Tales of Númenor and Middle-Earth, HarperCollinsPublishers, London 1998.


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