Auszug aus Der Abschied
Ich hoffe, du verzeihst mir, mein Sohn. Das Herzliche, das Gefühlvolle - es mag den Menschen von
Gondor vielleicht weniger liegen als den anderen Völkern. Doch wisse, ich war mit meinen Gedanken stets bei dir. In jeder Minute jeder Stunde jeden Tages war ich mit meinen Gedanken bei dir und deinem Auftrag. In langen Nächten lag ich wach, und dachte an dich, und wie es dir wohl ergangen sein mochte, und ob du jemals zurückkehren würdest an meine Seite, um den Thron von Gondor einzunehmen. Du wärest sicher ein besserer König, als ich es jemals gewesen bin, gütiger und auch weiser.
"Ich muss Euch nun verlassen, mein Vater."
Ich schrecke aus meinen Gedanken hoch. Du blickst mich ernst an.
"Du gehst fort, Boromir? Gerade eben bist du doch erst nach Hause gekommen. Wohin gehst du?" Ich klinge schwach und ängstlich und hasse mich dafür.
"Ich gehe weit weg, Vater."
Und als ob du wüsstest um meine furchtbare Angst, lächelst du mich beruhigend an.
Der Abschied ist herzlicher diesmal, und ich lasse mich von dir in den Arm nehmen und berge mein Gesicht an deiner starken Schulter, obwohl ich mich wie betäubt fühle.