Auszug aus Ada
Mit Elros auf dem Arm, der den baldigen Abschied fürchtete, saß Earendil in der schattigen Laube in seinem friedlichen, verwunschenen Garten und verwünschte das Schicksal, das ihn zwang, seinen Kindern – und seiner Gemahlin – solchen Schmerz zufügen zu müssen. Elrond saß ein paar Schritte von ihm entfernt auf einem Schemel, die kleinen Hände krampfhaft im Schoß verschränkt, den dunklen Kopf gesenkt und einen stummen Kampf mit sich ausfechtend.
„Elrond“, sagte Earendil leise und streckte eine Hand nach seinem jüngsten Sohn aus. „Komm, komm zu mir!“
Mit verschwommenem Blick sah der Junge zu ihm auf. In seinen Augen lag ein Ausdruck von… Angst, erkannte Earendil erschrocken. Er hatte stets wortlos gelitten, wenn sein Vater wieder die Weiten des Meeres suchte, doch diesmal schien etwas anders zu sein. Eine Träne löste sich von seinen Lidern und rollte über die noch kindlich gerundete Wange.
„Tithen-nîn, komm in meinen Arm!“, flüsterte Earendil. „Komm!“ Und nach kurzem Zögern stürzte sein Sohn sich endlich an die Brust des Vaters und dumpfes Schluchzen war durch den Stoff des Umhangs zu hören.
„Ada, Ada, ich habe Angst!“
Earendil fühlte erneut ein heimliches Erschrecken bei dieser offensichtlichen Vorahnung seines Sohnes.
Nein, schalt er sich selbst. Er ist noch so klein, er ist einfach sensibel und die Aussicht, dass ich für lange Zeit wieder fort sein werde, ist sicher zu viel für ihn.