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Auszug aus Ahnungen



Seufzend ließ sie ihren Blick in die Ferne schweifen. Wo mag er jetzt sein? fragte sie sich und betete innerlich, er möge von dem Sturm verschont worden sein. So friedlich scheint es jetzt! Und doch war dieser Frieden trügerisch. Flüchtlinge waren sie, einst geflohen aus dem zerstörten Reiche Doriath und dem gefallenen Gondolin. Hier, an den Mündungen des Sirion, wo die Macht und der Schutz Ulmos noch zu spüren war, hatten sie sich zusammengefunden, waren zu einem Volk verschmolzen und hatten eine Zeit der Ruhe und Erholung gehabt. Und doch, das erlittene Leid konnte nicht vergessen werden, die Gefahren waren nicht gebannt, denn wenn die Zeit gekommen war, würden die Söhne Feanors kommen und das einfordern, woran dieser unselige Schwur sie band und der ihr aller Unheil begründet hatte. Ihr kleines Volk, deren Fürsten sie und ihr Gemahl waren, würde einer erneuten Bedrohung nicht standhalten können, nicht ohne die Hilfe der Mächtigen in jenem fernen Land, das er so verzweifelt suchte. Wie gern wäre sie an seiner Seite geblieben, hätte mit ihm gemeinsam den Gefahren getrotzt und seine Hoffnung, den Weg zu finden, geteilt. Immer wieder flehte sie innerlich zu Elbereth, sein leichtes und graziles Schiff möge den Unwägbarkeiten des Meeres trotzen und ihren Gemahl zu ihr zurückbringen.



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