Auszug aus Amin mela le
"Du mußt dich jetzt anschnallen." Meine Mutter rüttelte mich vorsichtig wach. "Was? Landen wir?", fragte ich etwas müde.
Na endlich. Ich dachte schon der Flug würde nie enden.
Am Flughafen wurden wir von Bekannten abgeholt. Bei ihnen sollten wir auch die nächsten Wochen wohnen. Das Haus unsere Bekannten lag mitten in Wellington. Es war ein weißes Holzhaus mit einem kleinen Garten hinten dran.
Jeden Tag unternahmen wir etwas, mal mit unseren Bekannten und mal auch nur wir drei.
Heute stand eine Schnorcheltour auf der Things-to-do-Liste.
Es war ein kleines Riff im Pazifik, etwas entfernt von der Küste, wo wir den Tag verbringen wollten. Hier war nie viel Betrieb. Nur Einwohner kannten diese Stelle und auch wir wußten nur durch unsere Bekannten davon. Dieser fuhr mit uns hier raus. Es war ein sonniger und warmer Tag, perfekt für eine Schnorcheltour. Das Wasser war anfangs etwas kalt, doch man gewöhnte sich schnell dran und die vielen Farben und Fische zogen sofort die ganze Aufmerksamkeit auf sich.
`Was ist denn das?` Zwischen zwei Korallen sah ich ein kleines Funkeln. Ich tauchte hinab. Es lag ganz versteckt und glitzerte Silber. Vorsichtig streckte ich meine Hand aus, allen Gefahren und Belehrungen keinen Gedanken schenkend, und griff danach. Ich schaute mir dieses funkelnde genauer an. Es war ein Ring. Ich umklammerte ihn fest mit meiner Hand, tauchte auf und kletterte auf das Boot. Dort betrachtete ich den Ring etwas ausführlicher. Meine Augen weiteten sich, denn in den Ring waren elbische Buchstaben eingezeichnet. Das war der "Eine Ring". Nur in Silber. Irgend jemand der hier getaucht war musste ihn verloren haben. So ein Pech...ich wusste selber wie teuer diese Ringe waren. Doch ich freute mich riesig, putze ihn und steckte ihn mir auf den linken Zeigefinger. Die Hand von mir gestreckt, betrachtete ich den Ring an meinem Finger. "Steht mir!", lachte ich und stieg aus meinem Schnorchelanzug.