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Auszug aus Annas Traum



Anna erwachte. Sie dachte nach über ihren Traum, in dem sie über jene wunderschöne Landschaft geschwebt war, und ein nie gekanntes Glücksgefühl durchströmte sie. Sie versuchte wieder in diese wunderbare Illusion zurückzufinden, doch sie fror. Ihre Decke! Wo war ihre Decke? Anna setzte sich auf und blickte sich um. Sie war weder in ihrem Schlafzimmer, noch in ihrem Bett. Dunkelheit hüllte sie ein, und unter sich spürte sie einen Teppich aus Gras und Moos.
„Wo bin ich?“ dachte sie.
Im blassen Licht des Mondes erkannte sie die Stämme von unzähligen Bäumen, dicht an dicht. Das Laub flüsterte in einem leisen Wind, und ab und zu blinkten Sterne durch die Baumkronen.
Anna fürchtete sich nicht, denn hier war alles so friedlich, und nichts Böses schien hinter der Dunkelheit zu warten.

In der Ferne vernahm sie Gesang, wie sie ihn niemals zuvor gehört hatte: Eine wohlklingende Melodie, vorgetragen von wunderschönen, feinen Stimmen. Die Worte konnte Anna nicht verstehen, es war zu weit weg.
Sie erhob sich, um dem Lied zu folgen. Beim Aufstehen strauchelte sie, weil sie sich mit einem Fuß im Saum ihres langen Rockes verfangen hatte. Ein langer Rock? Sie besaß keinen solchen langen Rock! Anna blickte an sich hinunter und sah, dass sie ein bis auf den Boden reichendes, fließendes Gewand trug.
Sie raffte den Saum des Kleides, stieg über Baumwurzeln und Farnkraut hinweg, bis sie einen schmalen Pfad erreichte, der sich durch den unbekannten Wald schlängelte. Ihm folgte sie, und sie glaubte, den fernen Gesang nun deutlicher zu vernehmen. Ihr Schritt war leicht und mühelos, und obwohl sie schnellen Fußes dahinlief, kam sie nicht außer Atem. Das verwunderte sie, doch in Träumen ist vieles anders als in der Wirklichkeit.



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