Auszug aus Bis wir uns wiedersehen ...
Legolas` Atem beschleunigte sich, er fühlte wie das Blut durch seine Venen schoss. Eine Eifersucht befiel ihn, stärker als alles, was er bisher empfunden hatte; und es bereitete ihm teils Wut, teils Furcht. Er sollte gehen, diesen Ort verlassen. Und gleichzeitig konnte er sich nicht von dem losreißen, was dort unter ihm von statten ging. Aragorns Hände strichen liebevoll durch Arwens lange schwarze Haare; ihre grauen Augen blickten in die seinen und aus ihrem Blick sprach nichts als ein einziges, inniges Versprechen: "Ich liebe dich, und ich will mein Leben mit dir verbringen!"
Mit einem Mal waren sie fort. Verwundert, gleich so als würde er aus einem Traum erwachen, schaute Legolas auf die leere, verlassene Brücke; und das gleiche Gefühl der Leere machte sich nun auch in ihm selbst breit. Er fühlte sich einsam und auf seltsame Art hintergangen, ganz so, als wisse Elronds Tochter ganz genau um sein Hoffen und Verlangen und wolle ihm mit Absicht Kummer bereiten. Doch in Wahrheit hatte sie keine Ahnung von alldem, was in seinem Herzen vor ging. Legolas seufzte noch einmal tief und blickte in den sternklaren Himmel empor. Dann wandte er sich um, obgleich er genau wusste, dass er in dieser Nacht keinen Schlaf finden würde.