Auszug aus Tränen der Sonne
Tag für Tag derselbe Weg, immer dasselbe strahlende Licht... Unter mir zogen Menschenleben dahin, Reiche wurden gegründet und vernichtet, Länder stiegen aus dem Meer und versanken. Aus der Ferne konnte ich alles beobachten, doch tun konnte ich nichts. Ich konnte nur zusehen.
Länder, die Tag und Nacht kannten, die wussten was Licht und Dunkelheit war. Dunkelheit, was bedeutet das? Ich habe es vergessen. Ein leerer Begriff, nichts, was ich mir im Glanze der letzten Frucht Laurelins vorstellen kann.
Wie das Licht der Sterne langsam, aber sicher aus der Nacht hervortrat, so verblasst es nun in meiner Erinnerung. Selbst die Sterne Vardas sind machtlos gegen die Sonne, gegen das letzte, was von Laurelin geblieben ist. Die Erinnerung an mein früheres Leben scheint immer mehr zu verblassen. Nein, zu verglühen. Zu verglühen durch ein Licht, das mein gesamtes Leben zu bestimmen scheint und wogegen ich doch nichts unternehmen kann. Endlos, bis zum Ende der Welt.