Auszug aus Das Licht in seiner Finsternis
Endlich erreichte Aran-dûr den Ausläufer des Gebirges und befand sich im Schatten des Höhenzuges, der den Namen Hithaeglir trug; immer einen Lidschlag schneller als der Feuerball, der seiner Bahn am Himmel folgte und die weite Ebene hinter ihm und zu seiner Linken in gleißendes Licht tauchte.
Der Hexenkönig wandte die Augen ab, der glitzernde Schnee war grausam, spiegelte er doch das Angesicht der Sonne wider, und er weckte in dem Herrn von Angmar das Gefühl, als würde elendes Gewürm über seine Haut kriechen, auch wenn sie durch Gewänder, Rüstung und eine schwarze Maske in der Form einer grotesken Fratze ausreichend geschützt war.
Das Pferd gab seine letzte Kraft, als es in einen leichten Galopp verfiel und die schmale Straße hinauf zur Festung am äußersten Rand des Nebelgebirges in Angriff nahm. Es kannte den Weg so gut, dass Ross und Reiter ihn auch in finsterster Nacht hätten erklimmen können, ohne Gefahr zu laufen in den Abgrund zu stürzen, der neben der Straße gähnte, die sich eng an den Berg schmiegte und sich in Serpentinen hinauf schlängelte, kaum zwei Wagen breit.
Der Schnee auf dem Weg war unberührt und ebenso fest wie auf der Ebene, aber weitaus tückischer, denn auch er wurde von einer feinen, weichen Schneeschicht bedeckt, die trügerische Sicherheit vorgaukelte. Das verharschte Weiß war an vielen Stellen glatt und das Gefälle des Berges machte den Weg zu einem Wagnis – selbst für den Herrn von Angmar, der sich nicht von Leichtsinn sondern Vernunft leiten ließ – auch wenn dies bedeutete wertvolle Zeit zu verlieren.