Trenner

Auszug aus Unverhofft kommt oft – Zwischen den Fronten



Charlys POV
Joey und Legolas denken, ich würde schlafen. Deshalb haben sie mich alleine gelassen. Aber das tue ich nicht; ich kann nicht. Ich kann nicht die Augen schließen, ohne ihn in seinem eigenen Blut am Boden liegend zu sehen.
Ohne Arens Gesicht vor mir zu sehen, das Funkeln in seinen Augen, jedes Mal wenn er mich erblickt hat. Ohne mich an die heimlichen Blicke zu erinnern, die er mir zugeworfen hat, wenn er dachte ich würde es nicht merken. Ohne mich zu erinnern, wie sicher ich mich gefühlt habe, wenn er nur in der Nähe war.
Es sind erst ein paar Stunden vergangen und ich vermisse ihn schon so sehr. Es fühlt sich an, als würde mit jeder Minute ohne ihn das leere Gefühl in meinem Inneren immer schlimmer, der Kloß in meinem Hals immer größer.
Ich stehe auf. Ich weiß, dass sie die Toten in der Halle aufgebahrt haben. Ich habe es von den anderen gehört.
Langsam begebe ich mich dorthin. Sehe vor mir die vielen Gefallenen. Es ist still hier, als wäre man in einem Vakuum. Vorsichtig und zögerlich schreite ich die Reihen ab, bis lange blonde Haare und ein feingeschnittenes Gesicht meinen Blick auf sich ziehen.
Langsam trete ich auf Aren zu. Ich strecke die Hand aus, will das vertraute Gesicht berühren, traue mich dann aber doch nicht. Jemand hat ihm das Blut abgewaschen und ihm etwas anderes angezogen.
Er sieht so friedlich aus, als würde er schlafen.



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