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Auszug aus Der Gefangene von Dol Guldur



Schon vor Thrains Aufbruch aus den Blauen Bergen regte sich im Südwesten des Düsterwaldes ein unbeschreiblich böser Schatten. Ein angstvolles Flüstern hub an über einen namenlosen Hexenmeister von entsetzlicher Macht, doch die Wahrheit war: Sauron hatte seine Festung Dol Guldur auf dem Amon Lanc bezogen.
Unterirdische Gänge durchzogen den Berg, doch was dort vorging, erschloss sich erst sehr viel später, denn niemand bekam Zutritt zum verborgenen Reich des Dunklen Herrschers, und wer unfreiwillig dorthin gelangte, erhielt keine Gelegenheit davon zu berichten, denn niemals wieder erblickte er das Licht der Sonne...

Legenden rankten sich um das Übel, die nur flüsternd von den Menschen und Elben des Düsterwaldes weitergegeben wurden, und das Unheil erhielt einen Namen: Der Nekromant!
Seine böse Macht war so groß, dass sich die Elben in den Norden zurückzogen, denn auch sie waren nicht stark genug, der Finsternis, die sich ausbreitete, entgegen zu treten.
Kaum jemand wagte es, die Alte Waldstraße zu benutzen, um den Wald zu durchqueren. Böse Kreaturen bevölkerten das Dickicht: Schwarze Eichhörnchen trieben in den Wipfeln der Tannen ihr Unwesen, und schwarze Fledermäuse erschreckten den furchtsamen Wanderer. Er musste sich in acht nehmen vor riesigen Spinnen, die in ihren Netzen lauerten und schon manchem allzu sorglosen Reisenden in ihren klebrigen Fallen einen Hinterhalt gelegt hatten. Im Dickicht der Bäume lauerten Orks und riesige Wölfe auf Beute, die sie in die unterirdischen Verliese von Dol Guldur verschleppten, um ihrem Herrn und Gebieter zu gefallen.



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