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Auszug aus Zeit der Unschuld



„Elros und Elrond!“ Beim vorwurfsvollen Klang der strengen Stimme schossen zwei kleine dunkle Köpfe mit zerzausten Haaren und von Blütenstaub und feuchter Muttererde verschmierten Gesichtern in die Höhe. Zwei Paar grauer Augen blickten erschrocken auf ihren Vater, der, die Hände empört in die Hüften gestemmt, am Rande der Blumenwiese stand. Er war Earendil, der Sohn von Idril Celebrindal und Tuor aus dem sagenumwobenen Gondolin.
„Nun seht, was ihr angerichtet habt! Die schönen Blumen eurer Mutter rücksichtslos niedergetrampelt. Sie wird ungehalten sein mit euch. Kommt her, alle beide!“

Die Augen betreten auf den Boden geheftet, die kleinen Fäuste noch immer voller Blumen, traten die zwei Unholde zögernd zu Earendil. Heimlich tastete eine kleine Hand nach der anderen, um die zu erwartende Zurückweisung nicht allein ertragen zu müssen. Schuldbewusst blieben die Kinder schließlich vor ihrem Vater stehen.
„Also? Was habt ihr euch dabei gedacht?“ Trotz der Strenge in seiner Stimme konnte Earendil sich kaum des unschuldigen Zaubers seiner fünfjährigen Zwillinge erwehren, doch noch wollte er nicht nachgeben und ihr Gewissen zu schnell erleichtern.

„Wir ... ich wollte Nana Blumen bringen!“ Die zerrissene Tunika war vergessen, mit leuchtenden Augen sah Elros zu seinem Vater auf. „Sie liebt Niphredil doch so sehr und...“
„...und da seid ihr nicht auf die Idee gekommen, dass sie traurig sein könnte, über die vielen niedergetretenen und zerstörten Blumen, für einige wenige, die eine kurze Zeit in der Vase nur überdauern? Habe ich euch nicht gelehrt, die Schätze Yavannas zu achten, ihre Schönheit dort zu erkennen, wo sie entsteht?“



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