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Auszug aus Das Licht der Hoffnung



Noch vor wenigen Stunden gab es kein Zögern. Isildur nahm meinen Rat an, die mächtigste und gefährlichste Hinterlassenschaft Saurons dem Feuer anheimzugeben, aus dem sie einst erstanden war - zum Gedenken an das Opfer so vieler Leben.
Doch wehe, der Wille der Menschen ist schwach und ihre Herzen sind leicht zu verführen! Wo kurz zuvor eiserne Entschlossenheit herrschte, regieren nun Zaghaftigkeit und Wankelmut.
Nicht wenig bestürzt muss ich sehen, wie der Sohn Elendils den Einen Ring in den Händen hält. Zart und wie eine zerbrechliche Kostbarkeit, besitzergreifend und beschützend. Zugleich betrachtet er den goldenen Reif, gelockt vom dunklen Schimmer des Kleinods, und mit jedem Augenblick, der vergeht, wird sein Blick verträumter und ein Lächeln stiehlt sich auf seine Lippen, die sich zum Sprechen formen.
"Nein."

Dieses eine Wort trifft mich wie ein Schlag ins Gesicht, den ich zwar habe kommen sehen, aber den abzuwehren mir nicht gelungen ist. So sitzt der Schmerz tief wie ein giftiger Stachel; und genauso verheerend ist er, denn er nimmt mir die Kraft zu handeln. Statt dessen muss ich in die Augen des Menschen sehen, und dort entdecke ich ein spöttisches Funkeln, das zu einem triumphierenden Ausdruck wird - wenige Augenblicke nur, aber in diesem Moment spüre ich meine Machtlosigkeit.
Der Geist des Ringes hat von dem Sohn Elendils Besitz ergriffen. Und ich bin zur Hilflosigkeit verdammt. Denn weder Zorn noch Trauer lösen meine unsichtbaren Fesseln. Ich bin gefangen in einem finsteren Traum. Meine Hände ballen sich zu Fäusten, als der Mensch langsam beginnt davonzugehen. Ein letztes Mal sieht er mich an, ein verzücktes und zugleich erschreckend abstoßendes Lächeln auf den Lippen, und seine Hände umfangen und streicheln den Ring wie eine Geliebte.



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