Auszug aus Liebe, stärker als der Tod?
Mit Sorgen sah die Königin in die Zukunft, denn Eregion war nicht weit entfernt vom Reiche ihres Mannes, und wer wusste, ob der namenlose Feind sich nicht nach Enedwaith wenden würde, weil die Menschen dort zu Wohlstand gelangt waren.
Sachte schüttelte die Frau den Kopf. Es hatte genug Schlachten gegeben in der Lebensspanne, die sie schon durchmessen hatte. Nicht wenige hatte ihr Gemahl geschlagen und so sein Reich vergrößert oder es verteidigt gegen andere Fürsten.
Sie hatte das Erstere nie billigen können und das Letztere als gegeben hingenommen. Ohnmächtig und bangen Herzens hatte sie auf ihren Herrn gewartet, so wie sie alle es taten, die ihre Gefährten liebten und sie in eine Schlacht ziehen sahen.
Und jedes Mal war sie unendlich erleichtert gewesen, wenn er zurückkam, hatte seine Wunden gepflegt und zu den alten Göttern gebetet, dass es der letzte Kampf sein möge, den ihr Gemahl ausfocht. Doch wusste sie, dass ihr Wunsch vergeblich war, denn das Blut Númenors floss durch seine Adern, er war stolz und unbeugsam und behauptete sich unter den Fürsten der Menschen. Selbst den Elben würde er furchtlos die Stirn bieten, wenn es die Not geböte.
