Auszug aus Am Rande des Schicksals
Ich höre Stimmen. Blass und verstört, als kämen sie aus einer Welt, die ich längst hinter mir gelassen habe. Es ist Weinen. Weinen und Flehen. Verzweiflung. Tränen. Ich höre sie zu Boden fallen wie ein grauenvoller Regen. Aber ich kann sie nicht länger fühlen. Die Tränen zerplatzen auf dem siedenden Boden wie zartes Glas; ich kann keine von ihnen auffangen. Die Stimme wird immer entsetzter, auch wenn ich weit jenseits von Worten bin. Eine immense, verzweifelte Liebe schreit aus ihr, so stark und so zerrüttet, dass sie droht, die Stimme zu bersten. Ich höre sie, aber ich verstehe nicht. Ich nehme die Stimme wahr, aber nicht ihre Bedeutung. Ich kann Liebe wahrnehmen aber ich kann sie nicht aufnehmen. Die Stimme kann verdorren wie frisches Grün in einer Feuersbrunst oder sich erhalten und erstarken bis ans Ende aller Zeit. Es macht für mich keinen Unterschied.
Wir sind eins. Mein Schatz, ich fühle wie die Allmacht unserer Verbindung jede Faser meines Seins durchströmt. Die Kraft eines jeden Atemzugs genügt um mir alles, das je geschaffen ward, Untertan zu machen. Das Feuer, es folgt meinem gehauchten Befehl. Gemeinsam mit dir kann ich Flammen und Hitze wie an Fäden führen. Gemeinsam sind wir unbesiegbar. Ich fühle wie Feuer statt Blut durch meine Adern fließt. Du bist mein!