Trenner

Auszug aus "Ich mag Elben"



"N u n ..."
Sauron zog das Wort alarmierend in die Länge und klang zwei Oktaven tiefer als gewöhnlich. Die Orks sahen sich an. Der erste duckte sich und kroch in die Schatten der Halle davon, der zweite folgte, dann der dritte. Sie alle wollten ihre Haut retten, denn wenn Sauron redete, als hätte er mal wieder zuviel Orodruin-Asche inhaliert, dann war äußerste Vorsicht geboten, wenn man nicht gleichfalls zu Asche werden wollte.
Ein wenig blasiert sah der Elb sich um. Es gab nichts Unhöflicheres, als sich ungebeten vom Thron eines Herrschers zu entfernen, stellte er fest. Aber was konnte man von Orks schon erwarten! Kein Benehmen, die Banausen.
Der Nazgûl raschelte leise mit seinen dunklen Gewändern. Er fühlte sich mit einem Mal sehr unbehaglich. Vielleicht war es doch keine gute Idee gewesen, den erstbesten Elb, der dumm genug war, einen Nazgûl nach dem Weg zu fragen, kurzerhand mitzunehmen – auch wenn der besagte Elb ein Prachtexemplar seiner Art war. Die Blonden zeigten sich immer sehr kooperativ und sie jammerten nicht allzuviel, sollte man sie aus Versehen etwas zu hart anfassen; der einzige Nachteil waren die hässlichen blauen Flecken. Aber die Blonden waren irgendwie auch die Kompliziertesten, seelisch gesehen. Ein falsches Wort und es zeigte sich, wie nah sie am Wasser gebaut hatten. Verheult waren sie nun wirklich nicht mehr schön und da Sauron Wert auf Ästhetik legte, war man als unsensibler Ringgeist besser vorsichtig, wenn man es sich mit dem Chef nicht verscherzen wollte.



--> Geschichte herunterladen <--




Nach oben