Trenner

Auszug aus Schwanenblut



Langsam, auf meine Umgebung lauschend, steige ich die fünf Holzstufen hinauf und stehe schließlich in dem vertrauten Raum.
Alles ist wie in dem Moment, als mein Vater mich hinunter scheuchte, dem Moment, in dem draußen die ersten Schreie erklangen.
Ein Leib Brot liegt am Tisch, daneben die steht eine gefüllte Schüssel mit Obst. Mehr hatte ich für unser Mahl noch nicht vorbereitet...

Wie in einem Traum wandle ich zur offen stehenden Tür, durch die ich in den schmalen Gang gelange, in dem ich gestern noch mit meiner kleinen Schwester spielte.
"Iriminiell?" Ich will rufen, doch nur ein leises Krächzen verlässt meinen Mund. Noch einmal will ich es versuchen. "Iriminiell?"
Ein leises Geräusch ertönt und unwillkürlich fahre ich zusammen. Dann merke ich, dass es ein Schluchzen ist. Leise und zaghaft, das Weinen eines Kindes.



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