Trenner

Auszug aus Wintertränen



Allein Elrohir und Elladan kennen die Abgründe meiner Seele und wissen, dass sie auf immer entzweit ist. Nachdem Arwen sich von mir abgewendet hat und sich für ein sterbliches Leben entschieden hat, sind es meine Söhne, die mich in dieser Welt halten. Oftmals frage ich mich jedoch, ob all das noch einen Sinn hat. Wieviel ist mir hier noch geblieben? Der Abendstern wird seinen wundervollen Glanz an den Tod verlieren und meine Söhne spielen mit dem Gedanken, diese Welt zu verlassen. Soll ich ihnen folgen und zurücklassen, was einst das schönste Elbenreich war? Wenn ich die Schwellen der Welten übertrete, so wäre ich vereint mit denen, die ich liebe und all der Schmerz wäre eine langsam verblassende Erinnerung.

Wieder einmal wäge ich in Gedanken ab, welcher Weg der meinige sein wird und obwohl mein Herz mich fortzieht, weiß ich, dass meine Aufgabe hier noch nicht erfüllt ist. Seufzend denke ich an meinen eigenen Bruder zurück. Auch er hatte sich für ein sterbliches Leben entschieden und meiner Liebe entsagt. Ein sterbliches Leben, wie das Licht einer Kerze.....im Winde flackernd und vergänglich. Ich dagegen wandle schon lange unter diesen Sternen....so wie die Sonne, die nie ihr Licht verliert und jeden Tag von neuem aufgeht. Während ich meinen Bruder an die Vergänglichkeit verlor, wurde mir meine Frau durch des Bösen Hand entrissen. Der erneute Schmerz über diese Verluste zwingt mich in die Knie und ich verstecke mein Gesicht in meinen Händen.



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