Trenner

Musik, aber wie?

Sicherlich werden einige von euch schon so manches Mal den Wunsch verspürt haben, im Zusammenhang mit Tolkien und seinen Werken, selber musikalisch tätig zu werden. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es eine Menge Spaß bereitet - aber wie es bekanntlich heißt: aller Anfang ist schwer. Denn was man zusammengebraut hat soll auch schmecken; sprich sich gut anhören und zudem noch im Internet oder auf CD verfügbar sein.

Klingt unkompliziert, oder?
Denkste.
Auch wenn man klein beginnt ...

Zuallerst braucht man - vorausgesetzt Notenkenntnisse sind vorhanden - ein Notationsprogramm (und natürlich den PC mit einer Soundkarte die von durchschnittlicher Qualität ist und ein paar Lautsprecher, die etwas besser sein sollten). Da gibt es so einiges auf dem Markt, von Schnäppchen bis Profi-Software. Ich persönlich habe mich auf das Programm Capella konzentriert. Mit der 800er Version lassen sich bis zu acht Stimmen verarbeiten und das sollte ausreichend sein, wenn man nicht den Anspruch hegt ein ganzes Orchesterwerk zu fabrizieren.





Nützlich wäre nun ein Keyboard, denn auch wenn die Programme das Notensetzen per Tastatur erlauben, ist es in der Regel sehr mühsam. Schneller und weitaus komfortabler geht es halt per Keyboard. Wer es nur für den PC benötigt, der kann sich getrost ein Midi-Keyboard besorgen, das keine eigene Tonerzeugung hat, PC und Soundkarte können das eigentlich ganz gut. ;)
Wer allerdings ein "richtiges" Keyboard sein eigen nennt, sollte das nehmen.

Im Prinzip wären wir jetzt soweit ...
Aber ein wichtiges Thema möchte ich auch noch ansprechen: die Anschlussmöglichkeiten. Klingt blöd, ist es aber nicht, denn ohne Midi-Buchse keine Verbindung zwischen Keyboard und PC. Standardmäßig werden PCs nicht mit Midi-Buchsen geliefert, deshalb sollte die Soundkarte eine haben. Bei den "Billigheimern" werden zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen, indem der Gameport auch als Midi-Port verwendet werden kann. Dazu gibt es entsprechende Kabel, so dass Joystick/Gamepad und Keyboard friedlich nebeneinander existieren können.

Die besseren Soundkarten haben Midi-Anschlüsse; dafür wurde bei einigen der Gameport "gekillt", aber das nur nebenbei.
Wer es sich bequem machen möchte legt sich eine Soundkarte zu, die über ein Frontmodul verfügt, das in einen Schacht passt, der auch für CD-ROMS etc. zu gebrauchen ist. Somit hat man die wichtigsten Anschlüsse vorne am PC und kann sich einige Verrenkungen ersparen.
Beim Anschluss des Keyboards an Soundkarte/Frontmodul gibt es eigentlich nur eines zu beachten: macht es richtig, sonst kommt kein Ton! Das heißt: Midi-In an Midi-Out und umgekehrt. Fertig.





Hat man sich ausgetobt und das erste Stück ist geschafft, schwillt die Brust, doch wehe man möchte statt des Klaviers ein paar Geigen oder eine Flöte, dann fängt das Grausen an. Was eben noch so vielversprechend klang, ist als Midi-File kaum mehr zu gebrauchen.
Also, was tun?

Ich handhabe es folgedermaßen:
Das komplette Stück per Diskette ins Keyboard, dort die gewünschten Änderungen was Instrumente, Lautstärke etc. angeht vornehmen und das Ganze wieder zurück in den PC mittels Audioeingang.
Klingt wieder ganz einfach. War es aber nicht, denn man möchte natürlich alles in Stereo. Nur was tun, wenn das mit den Kabeln nicht so richtig funktioniert?
Aber ich sollte von vorne anfangen. Sprich, die Soundkarte muss zunächst mal mit zwei Line-In Buchsen versehen sein (rot=rechts, schwarz oder weiß=links).
Ist sie?
Gut. Nun sind diese Buchsen in der Regel so genannte Cinchbuchsen, bei Keyboards (zumindest ist es bei meinem so) finden sich zwei Klinkenbuchsen. Somit haben wir das Problem, Äpfel mit Birnen zu verbinden, denn die Buchsen sind nun mal unterschiedlicher Bauart.

Hey, kauf Dir doch 'n Adapterkabel! höre ich da rufen. Klaro. Sofort gemacht - und blöd geguckt.
Ein Klinkenstecker und zwei Cinch. Hurra Stereo! Aber ... wir haben ja rechts und links. Das macht ... zwei Klinkenstecker (kein Problem, Keyboard hat ja auch zwei Buchsen) und viermal Cinch (ups, die Soundkarte hat aber nur zwei Line-In Anschlüsse).

Ich saß erst wirklich wie der Ochse vor dem Berg. Lacht wenn ihr wollt, aber ich glaube ich bin nicht die einzige, die da gestolpert ist. Bis ich auf die glorreiche Idee kam, auf Rot und Schwarz zu pfeifen. Nun baumeln zwar zwei unbenutzte Cinchstecker herum, aber es funktioniert (probiert aus, ob ihr die schwarzen oder die roten Stecker unbeachtet lassen könnt; sieht übrigens interessant aus und eignet sich zum Angeben). ;)
Damit hätte wir die Hürde der Anschlüsse genommen.





Nun braucht man ein Programm, das vernünftige Audioaufnahmen gestattet. Auch hier hat man wieder die Qual der Wahl. Ich habe mich für MAGIX audio studio entschieden, einfach zu bedienen und mehr als ausreichend.
Ist die Aufnahme erst mal "im Kasten" geht es ans Nachbereiten; in erster Linie sei hier auf das Normalisieren hingewiesen, wer anderweitige Effekte möchte oder Spielereien, probiert einfach herum.





Endlich hat man das gewünschte Ergebnis: eine Audiodatei im wav-Format, die doch schon verdammt gut klingt. Mit einem entsprechenden Brennprogramm kann das Ganze dann völlig unproblematisch auf CD gebracht werden (selbst mein uralt CD-Player spielt die CDs Marke Eigenbau ab).
Unangenehm wird es allerdings, wenn man die Musik auch ins Internet stellen will. Holt euch eine Menge Speicherplatz und eine Engelsgeduld (und DSL nicht vergessen).

Was, ich übertreibe?
He he, wer Lust hat 20 oder 30 oder "was weis ich wieviel" MB hochzuladen, der soll es tun.
Alle anderen weichen doch besser auf das mp3-Format aus.
Und das heißt ...
Wieder muss ein Programm her.





Ich nutze MusicMatch Jukebox und schwups ist aus der Wav-Datei eine mp3 geworden, die sich von der Größe her - je nach Samplerate und Länge des Stücks - zwischen einem halben und 3MB bewegt.
Und jetzt ab damit ins Internet!

Heru n' nertë 12/2003 01/2006 09/2010


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