Auszug aus Wegde Antille: Exodus
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Das Weltall, hier arbeiten Leben und Tod Hand in Hand. Alles ist vergänglich hier, von den Roten Riesen bis zu den Weißen Zwergen, nichts bleibt bestehen, sogar die Zeit erscheint hier nur vorübergehend, sterblich. Und trotzdem ist hier jede Sekunde, die verstreicht, um nie wieder zurückzukehren, wichtiger als die Ewigkeit.
Protuberanzen schossen von der Oberfläche des glühenden Gasballes Millionen von Kilometern empor, schleuderten unvorstellbare Mengen an Energie in die unendliche Schwärze des Alls, wie riesige Säulen eines Flammentempels, die, kaum aufgestellt, wieder in sich zusammenbrechen, wie schlängelnde Tentakeln eines Ungeheuers in den Tiefen eines Meeres, das gierig nach Beute sucht, wie strafende Peitschenhiebe, die jeden, der sich anmaßt, sich ihnen nähern zu können, mit aller Gewalt in die Schranken weisen.
Die riesige, blutrote Gaszusammenballung stellte die Sonne von Lervom dar, die ihr Licht auf die Planeten ihres Systems verteilte, wie eine Tiermutter ihre Jungen füttert. Doch als einziger Himmelskörper des Lervomsystems war Lervom II in der Lage, Leben hervorzubringen. Zur Zeit streiften die Strahlen der Sonne gerade noch in einem relativ geringen Winkel den größten der acht Kontinente, auf den sich ein kleiner Raumjäger der X-Flügelklasse zubewegte.
Im Cockpit des Schiffes lehnte sich ein erschöpfter Pilot der Rebellenallianz zurück: Wedge Antilles, der sich freiwillig auf diese abgelegene Welt hatte versetzen lassen. Soweit sein Wissen reichte, war Lervom II ein Außenposten, militärisch vollkommen uninteressant, doch genau das war ausschlaggebend für ihn gewesen, diesen Planeten als seinen neuen Stützpunkt zu wählen, da er beabsichtigte, dort endlich seine- seiner Meinung nach mehr als verdiente- Ruhe zu finden und Frieden von all den Strapazen, die der Kampf um das Gebiet des zerfallenden Imperiums mit sich brachte. Er sah sich selbst noch einmal die endlosen Tunnel und Röhren des zweiten Todessterns durchfliegen und schließlich die rettende Schachtöffnung erreichen, dicht gefolgt von General Lando Calrissian, welcher die Jägerstaffel angeführt hatte, deren Aufgabe es gewesen war, den Reaktorkern des riesigen Stahlungetüms zu zerstören. Nachdem diese Gefahr aus dem Weg geräumt und der Imperator tot war, hatte ein aufreibende Verfolgungsjagd auf die Reste der imperialen Flotte begonnen. Als schließlich die Allianz größtenteils die Kontrolle gewonnen hatte, war ihm von Admiral Ackbar die Möglichkeit einer Versetzung angeboten worden, und diese hatte er sofort dankend angenommen. Obwohl er natürlich nicht vorhatte, die Allianz in der schwierigen Zeit des Aufbaus im Stich zu lassen, fühlte er sich außer Stande, ohne etwas Erholung wieder die von ihm gewohnten Leistungen als Sternenjägerpilot erfüllen zu können. Daher sah er diesen Standortwechsel irgendwie mehr als beruflich angehauchten Urlaub, fernab vom Trubel der inneren Systeme.
Wedges R2-Einheit hinter ihm piepte etwas und ließ ihn hochfahren. Aus seinen Gedanken gerissen blickte er auf den Bordcomputer, auf dem der Droide sämtliche verfügbaren Informationen über den Planeten ablaufen ließ ...