Auszug aus Death and Rebirth II

- The Search for Yui -

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Nelfalar Prime war eine verlassene Welt, die von einem rauen Klima beherrscht wurde. Regenstürme wüteten durch die kahlen Felslandschaften und aus den tiefen Gesteinsschluchten drang unentwegt das Heulen des Windes. Der Himmel war fast immer wolkenverhangen, die Sonne zeigte sich nur selten. Viel Vegetation gab es dort nicht, nur kahle Bäume und Büsche in leblosen Steppen und ausgetrocknete Flüsse. Eine verlorene Welt für verlorene Gestalten.
Auf einem Felsplateau befand sich die Akademie der Dunklen Jedi in einem uralten, verfallenen Gebäude, das vor vielen Jahrtausenden einmal ein Palast gewesen war. Einst hatten kunstvolle Statuen das Dach und die Mauern geziert, nun waren davon nur noch zerbröckelte, unförmige Gesteinsanhäufungen übrig.
Yui Rha Talask stand auf einer Mauernzinne und blickte hinab in die Tiefe. Sie trug ein enganliegendes, blutrotes Kleid das im Wind flatterte, ihr langes, schwarzes Haar war hochgesteckt, doch hatten sich einige widerspenstige Strähnen daraus gelöst, die nun ihr Gesicht umspielten. Ihre eisblauen Augen wirkten teilnahmslos als sie den Blick gen Himmel hob und beide Arme weit von sich streckte. Sie war nun ganz eins mit der Macht, sie fühlte sich befreit von allem, was sie umgab und war erfüllt von Stärke.
Über ihrem Kopf sammelten sich Wolken zu einem Wirbel, Blitze zuckten und Donner grollte. Ein Sturm kam auf und drohte Yuis zierlichen Körper von den Zinnen zu wehen, doch sie war standhaft. Sie schloss langsam sie Augen als das Gewitter, das sie heraufbeschworen hatte, in seiner vollen Intensität über sie hereinbrach.
Exar Kun lehnte an einem brüchigen Pfeiler und sah ihr beeindruckt zu. Sie hatte viel gelernt in den vergangenen Monaten und ihr früheres Leben nahezu hinter sich gelassen. Nur des Nachts sprach sie manchmal im Schlaf noch von ihrer Familie. Doch auch dies würde bald ein Ende haben, dessen war Kun sich sicher.
Kun trat zu ihr hin. Der Sturm und der Regen störten ihn nicht, da er beide leicht durch die Macht beeinflussen konnte. Yui wusste, dass er hinter ihr stand, doch wandte sie sich nicht zu ihm um. Er schlang beide Arme um ihre schmale Taille und hob sie von den Zinnen. Fast zugleich verlor der Sturm an Stärke, das Gewitter ebbte langsam ab und die Wolken zogen weiter.
"Du machst das schon sehr gut", lobte Kun und küsste ihren Nacken. "Erstaunlich, was du bereits gelernt hast."
Yui drehte sich um und sah ihn an. "Nun ja", sagte sie und lächelte schief. "Du bist ein sehr guter Lehrer."
"Auch ein ebenso guter Liebhaber?"
"Mag sein", erwiderte sie und lachte hell auf.



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