Auszug aus Endor


Das sternengesprenkelte Kobaltblau von Endors Abendhimmel verdunkelte sich schon zu einem tiefen satten Indigoton, als ein leuchtender Punkt kometengleich aus der Schwärze des Alls herabstürzte und in die Atmosphäre des Mondes eindrang. Die Raumfähre, deren spiegelglatte Metallhülle im Widerschein ihrer eigenen Positionslichter funkelte, als hätte die absolute Kälte des Weltraums sie mit einer glitzernden Eisschicht überzogen, schien einen Augenblick lang regungslos am Horizont zu verharren, bevor sie in den Sinkflug überging und auf die imperiale Basis zuschoss wie eine silberne Pfeilspitze auf eine Zielscheibe. Schwerelos glitt sie tiefer und tiefer über einem unauslotbaren Ozean aus mächtigen Baumwipfeln dahin und schwebte mit der tödlichen Präzision eines nachtjagenden Raubvogels auf die riesige rechteckige Landeplattform zu, die sich in der grellen Lichtflut einer ganzen Phalanx von Scheinwerfern beinahe schmerzhaft deutlich von dem schweigenden samtschwarzen Hintergrund des Waldes abhob. Das rhythmische Niederfrequenzsummen der Repulsortriebwerke schwoll zu einem bedrohlich klingenden Crescendo an, als die Fähre sich näherte, nur um sofort wieder abzuebben und schließlich ganz zu verstummen, als das kleine Schiff sanft auf der Plattform aufsetzte.

„Pünktlich wie immer“, murmelte der ältere der beiden Offiziere, die zusammen mit zwei Dutzend Sturmtruppensoldaten am Rand des Lichtkegels der Landescheinwerfer warteten. “Aber seine Piloten wissen natürlich auch, dass es besser ist, ihn bei Laune zu halten.“ Seine Mundwinkel bogen sich widerstrebend aufwärts und produzierten ein schmallippiges Lächeln, das die durch jahrelangen Drill getemperte Unnachgiebigkeit seines harten kantigen Gesichtes im Schatten der Uniformmütze eher betonte als widerlegte. „Zehn Minuten Verspätung und der nächste Karrieresprung endet garantiert im Cockpit eines Müllfrachters – wenn man Glück hat. Wenn man Pech hat, ist man bald selber nur noch Müll.“



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