Auszug aus Mein Bruder


"Du warst mein Bruder, Anakin. Ich habe dich geliebt, aber ich konnte dich nicht retten."
Meine Stimme ist heiser und ich ersticke fast an diesen wenigen Worten. Sie sagen so vieles aus und ich gebe damit ebensoviel preis.
Nicht zuletzt mein Versagen. Nicht zuletzt meinen Willen, keine Hand zu rühren, obwohl es mich schmerzt wie eine nie verheilende Wunde. Ich fühle mich allein, in einen Schatten der Verzweiflung gezogen - und dieser Schatten lauscht, tastet und spürt begierig die Schwäche in mir. Er hört, sieht und kennt mich, mehr als mir lieb ist.
Und ich vernehme sein Flüstern. Es ein geisterhaftes Rauschen in der Macht, das sich in meine Seele brennt und leise Worte formt - i c h b i n d u k e n o b i -, die an den Rändern meines Bewusstseins treiben wie dünne Wolken an einem fremden Himmel, bedrohlich, unheilverkündend.

Ich blinzle die Tränen fort, die in meinen Augen zu beißen beginnen, rede mir ein, dass sie von der Hitze hervorgerufen werden, die auf Mustafar herrscht und nicht von dem Gefühl der absoluten Hilflosigkeit und Trauer, das sich wie ein eiserner Ring um meine Brust legt und den Druck verstärkt, der dort herrscht, seit ich die Wahrheit erkennen musste. Besser, sie akzeptieren, sie mir selbst eingestehen - e s i s t e i n f a c h d a s w e g s c h a u e n u n d a n g e n e h m-, weil ich die Zeichen in der jüngsten Vergangenheit zwar sehen konnte, aber nicht deuten wollte.
Ich hätte wissen müssen, welchen Weg Anakin nach und nach einschlug, denn es gab so viele schwarze Flecken - d a s a b s o l u t e d u n k e l - in seinem Herzen und seiner Seele, die er schützend um die Geheimnisse gelegt hatte, die sein Leben überschatteten.



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