Auszug aus Der Pfad eines Jedi
Kyle Katarn kam mühsam auf die Beine; die Zähne fest zusammengebissen und das Lichtschwert in den verkrampften Händen. Niemals in seinem Leben war er einer solch ungebändigten Kraft begegnet, wie sie ihn Sekunden zuvor getroffen und hinweg geschleudert hatte, wie der Sturm es mit einem Blatt vermochte.
Der raue Boden in der großen, tempelartigen Kammer im Tal der Jedi auf Ruusan hatte brennende Striemen an seinen Händen und in seinem Gesicht hinterlassen, die einen pochenden Schmerz aussandten, der mit dem Schmerz in seinen Gliedern wetteiferte.
Katarn schüttelte den Kopf, um das dumpfe Dröhnen zu vertreiben, das seine Sinne verwirrte. Zornig und entschlossen setzte er einen Schritt vor den anderen. Feiner Staub wirbelte auf, fand träge den Weg in die Höhe und tanzte in dem goldenen Licht umher, welches das große Gewölbe erfüllte.
Es war sehr still und Kyle hörte seinen heftigen Atem, der viel zu laut war in seinen Ohren.
Und dann kamen sie wieder!
Klagegeheul hallte von den hohen Wänden nieder - körperlose Stimme schrien nach Erlösung.
Kyle Katarn verdrängte sie alle, bis sie nur noch eine fernes Wispern in seinen Gedanken waren. Dafür drang eine Stimme nur um so deutlicher zu ihm durch.
"Kannst Du sie hören? Ist es das, was Du werden willst? Eine weitere Stimme in einem Chor der Schwäche?" fragte sie ihn sanft und spöttisch und Katarn schüttelte abermals den Kopf, immer heftiger und immer nachdrücklicher.
Nein!
Die Stimmen schwollen wieder an und er konnte sie nicht weiter ignorieren. Jetzt lauschte er den klagenden, dünnen Rufen der Verdammten im Tal der Jedi, bis er meinte jeden einzelnen heraushören zu können. Die Geister waren in Aufruhr geraten, jagten als hüllenlose Laute durch den Höhlentempel; manche fast greifbar, kalt und erschreckend, wenn sie an ihm vorbeistreiften.
Nein!